Gründerinnen im Porträt

Isle Of Mind: Nachhaltige Yoga-& Reisehandtücher

ISLE OF MIND ist ein nachhaltiges Textillabel und produziert Yoga-, Strand- und Reisehandtücher aus recycelten PET Flaschen. Ende 2018 ist das Gründerduo mit seiner Bali Kollektion gestartet, nun im August 2020 kommt ihre zweite Kollektion namens Uniques hinzu. Claudia Sophia Ritzenhoff ist 30 Jahre alt und Geschäftsführerin von Isle Of Mind.

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?

Wir verbinden Schönheit mit Nachhaltigkeit. In jedem unserer ISLE OF MIND Handtücher wurden 8 recycelte PET Flaschen verarbeitet – Umweltschutz und eine faire Herstellung liegen uns dabei besonders am Herzen. Parallel legen wir großen Wert auf ansprechendes Design und eine tolle Haptik. Unsere Handtücher eignen sich super als Reisehandtücher, da sie dünn und leicht sind, gleichzeitig sind sie wunderbar weich und schnelltrocknend. Perfekt eignen sie sich auch als Yogatücher, da sie über Grip verfügen und nicht rutschen.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?

Spannende Frage, über die ich tatsächlich bis dato noch nie nachgedacht habe. Ich habe immer unterschiedliche Sachen gleichzeitig gemacht, ich habe sowohl als Model als auch als freie Journalistin gearbeitet – hierbei haben sich besonders meine ersten Veröffentlichungen als tolle Erfolge angefühlt. Als Erfolg habe ich es auch empfunden direkt nach dem Studium meine damalige Traumanstellung bekommen zu haben. Wenn ich zurückschaue stelle ich fest, dass ich in jedem meiner Jobs schnell Verantwortung, sowohl über Projekte als auch über Mitarbeiter, übernehmen durfte – auch dies fühlt sich gerade als junger Mensch nach einem tollen Erfolg an.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Nach dem Abitur wusste ich nicht, wie es weiter gehen soll. Mein Herz hat schon immer für Textilien und Mode geschlagen – aber Modedesign oder Modejournalismus zu studieren – nein, das habe ich mich nicht getraut. „Studier was ordentliches“ hab ich immer wieder gehört und so habe ich mich zunächst dazu entschieden Jura zu studieren. Nachdem ich das Grundstudium abgeschlossen hatte, habe ich mich umentschieden: hinzu Sprachwissenschaften in Kombination mit BWL. Mit dem Bachelor in der Tasche habe ich dann in Köln meine erste Stelle im Vertrieb angetreten und anschließend die Marketing und PR Abteilung einer Lifestyle Marke geleitet. Nebenbei habe ich angefangen meinen eigenen Blog clasophia.de zu betreiben und mich selbstständig zu machen als Female Empowerment Coach. 2020 nun bin ich als Geschäftsführerin bei ISLE OF MIND eingestiegen.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Nach dem Studium habe ich erst einmal in unterschiedlichen Unternehmen als Angestellte gearbeitet. Ich habe immer den Wunsch in mir getragen selbstständig und damit mein eigener Chef zu sein, trotzdem wollte ich gerne erst einmal Erfahrungen in unterschiedlichen Unternehmen sammeln. In meinen Anstellungen habe ich immer wieder festgestellt, dass ich mit Herangehensweisen und Werten meiner Vorgesetzten nicht übereinstimme. Mein innerer Widerstand und damit der Wille selbst auch die berufliche Seite meines Lebens so zu gestalten, dass es meinen persönlichen Werten entspricht, wurde immer größer. In meiner Selbstständigkeit als Solo-preneur habe ich einiges gelernt – weiß es nun aber umso mehr zu schätzen ein tolles Team, um mich herum zu haben, in dem wir Dinge gemeinsam anpacken können.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?

Die größte Herausforderung hatte ich glaube ich mit mir selber. „Was will ich?“, „Was passt zu mir?“, „Was sind leichtsinnige Wünsche und was erstrebenswerte Ziele?“ – vielleicht ist es eine Sache unserer Generation mit 1000 Möglichkeiten, vielleicht liegt es an meinem Wesen: ich war in den letzten Jahren stets auf der Suche nach dem Zweig, dem Weg, dem Produkt, das zu mir passt und das einen Mehrwert bietet. Dieser Weg und das ständige Hinschauen, Hinterfragen und wieder Weitergehen war immer wieder eine Herausforderung für mich. Rückblickend kann ich sagen, dass sich diese Suche nach dem persönlich Passenden lohnt – das Leben ist zu kurz, um den Ruhestand herbeizusehnen, wir sollten uns hier und jetzt ein Leben gestalten, das zu uns passt und von dem wir nicht das Gefühl haben dauernd eine Pause zu brauchen.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam?

Wir, mein Geschäftspartner Simon Vogt und ich, leben unser Label und erzählen gerne von unserer Philosophie und unseren Werten – denn Werte spielen bei uns eine große Rolle, so ist auch jedes unserer Designs nach einem bestimmten Wert benannt. Wir kooperieren mit anderen nachhaltigen Labels und Onlinestores, wir nutzen die bekannten sozialen Medien und wir pflegen unsere eigene Website. Aber ja, auf sich und seine Marke aufmerksam zu machen ist nicht einfach und auch wir lernen hier immer wieder dazu, bilden uns weiter und probieren aus.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?

Step by Step. Und damit meine ich Babysteps. Simon hat unser Label 2018 gegründet, ich bin später dazu gekommen. Wir haben stets geschaut überschaubare Ausgaben zu haben, sowie möglichst wenige Fixkosten, so dass wir bisher ohne Außenfinanzierung auskamen.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?

Einer meiner Träume ist ISLE OF MIND zu einer etablierten Lifestylemarke zu machen – aktuell stecken wir noch in den Kinderschuhen, die Visionen, die Simon und ich haben, sind dafür aber umso größer. Ich kann mir gut vorstellen unser Produktsortiment noch zu erweitern – alles natürlich im nachhaltigen Sinne. Einem anderen großen Traum von mir, bin ich in den letzten Jahren immer näher gekommen – Flexibilität. Als Mama ist mir die freie Einteilung meiner Arbeitszeit und Ortsunabhängigkeit das wichtigste Gut. Wenn meine Tochter aus der Schule kommt, genieße ich es sehr die Freiheit zu haben, mir dann Zeit für Sie zu nehmen – dafür hänge ich gerne Abends oder frühmorgens Arbeitszeit ran. Daneben bin ich ein großer Fan von Workcation – das heißt ortsunabhängigem Arbeiten von eigentlich überall auf der Welt. Als meine Tochter zwei Jahre alt war, war ich ein halbes Jahr in Australien mit ihr, letztes Jahr waren wir 6 Wochen auf Bali – meine Arbeit, die kann ich einfach mitnehmen und trotzdem viel von der Welt sehen und meiner Tochter zeigen.

Ihr Tipp: Was würden Sie anderen Gründerinnen empfehlen?

Mein Tipp, den ich mir selbst auch immer wieder sage und ihn jeder Gründerin mit auf den Weg geben möchte: Es ist normal zu Zweifeln. Es ist normal manchmal alles in Frage zu stellen. Es gehört dazu, dass immer wieder von Außen Widerstand , Zweifel und Unglauben kommen. Das was zählt ist, das was DEIN Gefühl dir sagt. Du gehst deinen Weg und nur Du musst diesen verstehen – trau dich für deinen Weg einzustehen, selbst wenn dein Umfeld nicht jeden Schritt verstehen kann.

Hier geht es direkt zur Homepage von Isle Of Mind.

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