Gründerinnen im Porträt

STRAYZ: Mit Bio-Heimtierfutter streunenden Vierbeinern helfen

Die Gründerinnen: Saskia te Kaat, Stefanie Zillessen, Madeline Metzsch (v.l.n.r.)

Die Gründerinnen der STRAYZ Petfood GmbH haben es sich zum Ziel gesetzt, das Leben aller streunenden Vierbeiner zu verbessern. Wie? Durch den Verkauf von artgerechtem Bio-Heimtierfutter, sammelt das Berliner Start-up Spenden für Streuner in Not. Hinter STRAYZ stehen die drei Gründerinnen Madeline Metzsch, Saskia te Kaat und Stefanie Zillessen, die sich während ihrer gemeinsamen Zeit bei einem erfolgreichen Berliner Start-up kennengelernt haben. Als Madeline, selbsternannte “Crazy Cat Lady”, Saskia und Stefanie von den vielen Streunern in ihrem Urlaub erzählte, wussten die drei, dass sie etwas verändern wollen und haben im November 2020 ein Unternehmen mit Pur(r)pose gegründet. Nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne im Januar 2021, konnten die Gründerinnen ihr Bio-Futter auf den Markt bringen. Über 90.000 Spenden konnten die Berlinerinnen bereits im ersten Jahr an den Tierschutz übergeben. Aktuell hat das Start-up erneut ein Crowdfunding (www.startnext.com/strayz-dog) gestartet, um 2022 auch die vielen Straßenhunde durch den Verkauf von artgerechtem Bio-Hundefutter zu unterstützen.

Was ist die Besonderheit Ihres Start-ups?

Madeline: Wir haben STRAYZ gestartet, um alle Streuner der Welt durch den Verkauf unseres hochwertigen Bio-Futters zu unterstützen. Unsere Produkte helfen allerdings nicht nur dem Tierschutz, sondern sie setzen sich auch inhaltlich von Mainstream-Marken ab, die in der Regel alles andere als gut für unsere Vierbeiner sind. Zudem setzen wir auf ein knalliges Design und bringen so frischen Wind in den angestaubten Tierfuttermarkt.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?

Saskia: Wir konnten in unserem ersten Jahr bereits über 90.000 Spenden an unsere Tierschutzprojekte in Griechenland, Spanien & Österreich übergeben, was einfach toll ist. Zudem haben wir eine tierschutzaffine Community aus Katzenfans aufbauen und die Drogeriekette Budni für unsere Mission gewinnen können. Es ist schön zu sehen, dass unsere Produkte auch am Regal einen Impact haben.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Stefi: Wir haben uns während unserer gemeinsamen Zeit bei dem Berliner Bio-Food Start up erdbär kennengelernt, das hinter der Marke Freche Freunde steckt. Dort konnten wir das Wachstum eines Impact-getriebenen Start-ups von Anfang an begleiten und viel für unser STRAYZ Abenteuer mitnehmen.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Madeline: Die Idee für STRAYZ kam mir im Urlaub, als ich mit dem Schicksal einer Straßenkatze konfrontiert war – Mushki. Wir waren in einer kleinen Unterkunft auf den Seychellen und der Betreiber des Guesthouses wollte die Kleine unbedingt loswerden. Sie war allerdings hochschwanger. Vor Ort konnte ich nur Adressen örtlicher Tierschutzorganisationen weiterleiten und habe mich schlecht gefühlt, dass ich nicht mehr tun konnte.

Doch dann kam mir die Idee. Warum nicht das Konzept von TOMS Schuhe – Kaufe ein Paar – Spende ein Paar – für Katzen umsetzen? Ich habe direkt nach meinem Urlaub Stefi & Saskia von der Idee erzählt und die beiden hatten sofort Lust, ein Unternehmen mit Pur(r)pose zu gründen.

Jetzt haben wir nicht nur Futter, das für Straßenkatzen spendet, sondern auch Accessoires und fair Fashion, die z.B. Kastrationen finanzieren, um das Problem der Streuner an der Wurzel zu packen.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?

Saskia: Dadurch, dass wir schon einmal den Aufbau eines Start-ups miterlebt haben, konnten wir in unseren Kernbereichen auf Vorwissen zurückgreifen, was eine große Erleichterung war und ist. Wir lernen allerdings auch jeden Tag viel Neues dazu und freuen uns, dass wir von Anfang an auf die Expertise von Natacha und Alex Neumann, den Gründer*innen von Freche Freunde, zurückgreifen dürfen.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?

Stefi: Wahrscheinlich war es die größte Hürde überhaupt zu starten. Wir hatten alle drei tolle, sichere Jobs. Dieses Sicherheit aufzugeben und Vollzeit in das große Abenteuer Gründung zu springen, ist nicht ohne. Aber dadurch, dass das Tierleid weltweit so groß ist, wussten wir, dass wir aktiv werden mussten und haben es einfach gemacht. Es war die beste Entscheidung die wir treffen konnten.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam?

Madeline: Unsere wichtigsten Kommunikationskanäle sind die sozialen Medien Facebook und Instagram. Wir wissen, dass wir die Streuner dieser Welt nicht alleine retten können und haben so von Anfang an auf Community-Building gesetzt. Wir binden unsere Fans intensiv in Entscheidungen ein und kreieren sogar Produkte zusammen. So z.B. unser “Miez, Miez, Hurra” Pulli, der pro Kauf eine Kastration finanziert. Wir sind stolz auf so eine tierliebe Community zählen zu können, die alles für Vierbeiner in Not geben würde. Darüber hinaus nutzen wir auch Social Ads, SEA, Influencer*innen und die klassische Pressearbeit, um unsere Mission zu verbreiten.

Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?

Stefi: Es ist sicherlich keine Vermarktungsidee, aber wir setzen auf Transparenz, nicht nur bei unseren Zutaten, sondern auch bei unseren Spenden. Als Social Start-up arbeiten wir vor allem für unsere Mission, das Leben aller Streuner zu verbessern. Uns ist es absolut wichtig, unsere Community an allem teilhaben zu lassen und transparent zu kommunizieren, wo und wie die Spenden wirken.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?

Saskia: Wir konnten unsere Gründung durch den Support toller Business Angels und unserer erfolgreichen Crowdfunding Kampagne ermöglichen. Zudem hatten wir das große Glück das Berliner Startup Stipendium zu gewinnen, wodurch wir unsere Gehälter für die ersten sechs Monate decken konnten. Des weiteren hat uns auch der GründungsBONUS der IBB sehr geholfen.

Aktuell haben wir wieder ein Crowdfunding (www.startnext.com/strayz-dog) gestartet, um auch STRAYZ für Hunde zu ermöglichen. Wir freuen uns, über alle tierlieben Leser*innen, die Lust haben eines unserer tollen Produkte bis 20.02. vorzubestellen, damit wir gemeinsam schon ganz bald auch allen Straßenhunden helfen können.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?

Madeline: Es ist unser großer Traum, in 10 Jahren 100 Millionen Spenden an Streuner in Not übergeben zu haben. Um das zu schaffen, wollen wir den Heimtiermarkt erobern und dafür sorgen, dass das Bewusstsein für artgerechte Tiernahrung in der Gesellschaft wächst. Zudem träumen wir davon eine eigene Stiftung zu starten und die vielen tollen Tierschutzorganisationen zu empowern.

Ihr Tipp: Was würden Sie anderen Gründerinnen empfehlen?

Stefi: Was ich anderen Gründerinnen empfehlen würde, ist: Tut es einfach! Wir drei hatten im vergangenen Jahr so eine große Lernkurve in den verschiedensten Bereichen, dass sich der Schritt schon allein dafür gelohnt hat. Zudem können wir auch die Gründung als Team sehr empfehlen. Wir drei sind wirklich unterschiedlich, aber ergänzen uns wahnsinnig gut in unseren Stärken und Schwächen, was vieles einfach um Längen leichter macht.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg!

Hier geht es direkt zur Homepage von STRAYZ.

Vorheriger Beitrag

Franziska Brantner: Frauen und Vielfalt in der Wirtschaft stärken

Eine Frage der Schuhe
Nächster Beitrag

Eine Frage der Schuhe

kein Kommentar

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.