Unternehmerinnenporträts

Liv Marie Haus: Die E-Commerce-Branche bietet spannende berufliche Möglichkeiten

Aus der Redaktion

Mit dem Format „Women in E-Commerce“ bietet das Digital-Experience-Unternehmen Contentsquare Frauen in Handelsunternehmen eine Plattform, um sich gegenseitig über Lebensläufe auszutauschen. Ziel ist es zu zeigen, dass erfolgreiche Karrieren auch mit unterschiedlichen Lebenslinien vereinbar sind. In Web-Summit-Formaten kommen hier regelmäßig unterschiedliche Stimmen von Contentsquares Kundinnen aus den unterschiedlichsten Firmen und Branchen zu Wort. Im Fokus der Gespräche steht der Erfahrungsaustausch und das Sichtbarmachen von Vorbildern, um zu zeigen, wie Frauen in digitalen Berufen erfolgreich arbeiten.

Das ist meine aktuelle Position in meinem Unternehmen …

Ich bin Online Product Managerin im Bereich Aftersales bei Tchibo.

Genau bedeutet das für meine tägliche Arbeit …

Als Teil eines agilen Produktentwicklungsteams erarbeite ich neue Features & Services und unterstütze bei übergreifenden Systemumbauten. Mein Job beinhaltet neben der Konzeption, das Schreiben von User-Stories, die Begleitung der Umsetzung und kontinuierliche Erfolgsmessungen. Im Fokus steht immer unser Kunde und das Ziel eines bestmöglichen Nutzererlebnisses.

An meinem Job schätze ich besonders den ständigen Themenwechsel. Als Produktmanagerin nehme ich an strategischen Diskussionen zur Berücksichtigung von Geschäftszielen teil, tausche mich fachlich zu neuen Anforderungen mit anderen Bereichen aus, erarbeite alleine oder in Workshops kreative Lösungen und führe im Entwicklungsprozess detaillierte Diskussionen mit dem Entwicklungsteam.

Die wichtigsten Stationen, die mich dorthin gebracht haben …

Während meines BWL-Studiums bin ich zunächst eher zufällig über verschiedene Praktika im E-Commerce-Bereich gelandet. Damals hatte ich aber einen stärkeren Marketing-Fokus und hätte mir meine aktuelle Stelle vermutlich nicht vorstellen können. Mein Berufseinstieg als E-Commerce-Trainee war dann enorm hilfreich dabei, über den Tellerrand zu schauen und festzustellen, dass ich mich für technischere Themen und letztendlich die Online-Produktentwicklung interessiere und mich in diese Richtung weiterentwickeln möchte.

So ist die Lage für Frauen im E-Commerce: Warum ist das Berufsfeld gerade für Frauen attraktiv?

Mir ist erst im Rahmen meines Trainees bewusst geworden, wie vielfältig die E-Commerce-Branche ist und welche spannenden beruflichen Möglichkeiten es gibt. Deshalb freue ich mich sehr darüber, dass es zahlreiche Initiativen, Netzwerke und Mentoren-Programme speziell für Frauen in unserer Branche gibt. Ich selbst hatte als junges Mädchen nur wenige Berührungspunkte und auch keine Vorstellung davon, welche Jobprofile die Branche bietet. Ich finde es daher besonders bemerkenswert, wenn Programme hier früh anknüpfen. Mint:pink ist zum Beispiel eine Initiative im Hamburger Raum, die Mädchen bereits in der Mittelstufe einen Zugang zu MINT-Berufen verschafft und so dabei helfen kann, Vorurteile zu beseitigen.

Als Frau in meiner Branche braucht man auf jeden Fall …

Aus meiner Sicht braucht es Begeisterung und Neugier für E-Commerce-Themen, einen entspannten Umgang mit sich ständig wechselnden Rahmenbedingungen und vor allem Mut, Dinge aktiv anzupacken.

Das mache ich vor wichtigen Terminen und Präsentationen …

Ich versuche mich in mein Gegenüber hineinzuversetzen und bereite mich aus dieser Perspektive auf den Austausch vor. Kurz vorher versuche ich mich auf das Gespräch zu freuen. Mit guter Laune machen auch herausfordernde Meetings einfach mehr Spaß und führen oft zum besten Ergebnis.

Am meisten gelernt habe ich … 

…durch einen bunten Blumenstrauß an Jobs. Während des Studiums habe ich in Bezug auf Kommunikation, aber auch Stressmanagement unglaublich viel fürs Leben gelernt. Ich habe als Kellnerin, auf dem Wochenmarkt oder auf Messen gearbeitet und hatte immer Spaß am Kontakt mit unterschiedlichsten Menschen. In einem Praktikum in Brasilien bin ich regelmäßig an sprachliche Grenzen gestoßen und musste mich teilweise mit Händen und Füßen verständigen, was rückblickend eine spannende und manchmal auch sehr lustige Erfahrung war.

Mein Berufseinstieg als E-Commerce Trainee war für den Aufbau von fachlichem Know-how eine Chance, die ich nicht missen möchte. Ich konnte Projekte in diversen Bereichen begleiten und hatte so die Möglichkeit, ein gesamtheitliches Verständnis für Online-Geschäftsprozesse zu entwickeln.

Ein Arbeitstool, auf das ich nicht verzichten kann …

… ist mein analoges Notizbuch. Der Großteil meiner Arbeit findet digital statt und mir persönlich gibt es ein gutes Gefühl, am Ende des Tages To-dos abzuhaken oder strukturiert aufzuschreiben.

Mein wichtigstes Job-Ritual …

Liv Marie Haus / Foto privat

Ich greife gerne zum Hörer, statt lange Mails zu schreiben. Das hilft mir dabei, Zwischentöne wahrzunehmen und Dinge schneller zu klären. Für mich ist das besonders in der aktuellen Zeit, in der viel von zu Hause gearbeitet wird und der persönliche Austausch oft zu kurz kommt, enorm wertvoll.

Das hilft mir am besten, mich zu strukturieren …

Ich bin in meinem Job ziemlich termingesteuert und setze mir im Kalender bewusst Fokuszeit-Blocker für Themen, in die ich tiefer einsteigen muss.

Das tue ich, um Frauen zu fördern …

Ich stehe hier noch in den Startlöchern. Über Formate wie hier bei SHE works versuche ich Frauen für das Berufsfeld E-Commerce zu begeistern. Letztes Jahr konnte ich bei einem digitalen „Women in E-Commerce“-Event als Sprecherin Fragen zu meinem persönlichen Werdegang beantworten. Meine Hoffnung ist, dass sich Frauen davon angesprochen fühlen und sich von meinen persönlichen Erfahrungen ermutigen lassen.

Darauf bin ich stolz …

Auf meinen Optimismus auch in schwierigen Phasen. Meistens gelingt es mir, in jeder Situation Lernfelder zu identifizieren und etwas Positives mitzunehmen.

 

Vorheriger Beitrag

Prof. Dr. Barbara Praetorius: „Wir brauchen mehr Diversität in Entscheidungsprozessen.“

Nächster Beitrag

Die alte Frage des Werbens – Werbeartikel

kein Kommentar

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.