Unternehmerinnenporträts

Patrizia Faschang von webdots: „Im E-Commerce ist Tatkraft oft wichtiger als ein Studium“

Mit dem Format „Women in E-Commerce“ bietet das Digital-Experience-Unternehmen Contentsquare Frauen in Handelsunternehmen eine Plattform, um sich gegenseitig über Lebensläufe auszutauschen. Ziel ist es zu zeigen, dass erfolgreiche Karrieren auch mit unterschiedlichen Lebenslinien vereinbar sind. In Web-Summit-Formaten kommen hier regelmäßig unterschiedliche Stimmen von Contentsquares-Kundinnen aus den unterschiedlichsten Firmen und Branchen zu Wort. Im Fokus der Gespräche steht der Erfahrungsaustausch und das Sichtbarmachen von Vorbildern, um zu zeigen, wie Frauen in Führungspositionen gelangen und dort arbeiten.

Patrizia Faschang ist Gründerin und Geschäftsführerin der digitalen Marketingagentur webdots GmbH. Gemeinsam mit ihrem elfköpfigen Team betreut die Expertin für Onlinemarketing Kunden wie die PIERER Mobility AG mit ihren Marken KTM und Husqvarna Motorcycles.

Das ist meine aktuelle Position in meinem Unternehmen…

Geschäftsführende Gesellschafterin der webdots GmbH.

Genau bedeutet das für meine tägliche Arbeit…

Mein Tagesablauf ist jeden Tag anders. Kein Tag ist wie der andere. Ich beschäftige mich mit der Angebotsbesprechung und Angebotslegung für Neukunden, betreue diverse Kundenanliegen und versuche im Unternehmen die „webdotsmädls“ und „webdotsbuam“ zu fordern und zu fördern. Wichtig ist auch dem administrativen Chaos Herrin zu werden – Corona ist hier nicht gerade förderlich – und die Finanzen im Blick zu behalten. Zudem sorge ich dafür, dass neben genügend Arbeit auch genügend Mann- und Frauenstärke in der Agentur zur Verfügung stehen und versuche mein Wissen sowohl bei universitären Einrichtungen als auch in der Erwachsenenbildung weiterzugeben. Ich bin mir sicher, dass ich vergessen habe einige andere Agenden aufzulisten.

Die wichtigsten Stationen, die mich dorthin gebracht haben…

Mein mathematisch logisches Denken wurde an der Höhere Technische Lehranstalt (HTL) Braunau geformt und im Studium an der Fachhochschule Oberösterreich am Campus Steyr verfeinert. In Steyr habe ich außerdem sehr viele Menschen kennengelernt und spannende Kontakte geknüpft. Einer dieser Kontakte hat mich dann als „Unternehmerin des Monats“ bei „Frau in der Wirtschaft“, einem Programm der Wirtschaftskammer Oberösterreich, vorgeschlagen – und ich wurde ausgezeichnet. Diese Auszeichnung war der erste wichtige Meilenstein, der als Vertrauenssiegel sehr wichtig war. Mein gutes Netzwerk trug sein Übriges bei – das Empfehlungsmarketing brachte immer neue Kunden und das erforderte die Einstellung immer neuer Mitarbeiter:innen.

So ist die Lage für Frauen im E-Commerce oder warum ist das Berufsfeld gerade für Frauen attraktiv?

Gerade in den letzten zwei Jahren haben wir gesehen, wie wichtig das Thema Online-Handel ist. Im E-Commerce Sektor gibt es ganz viele verschiedene Themengebiete und Berufsfelder. Daher sollte für alle Personen etwas dabei sein. Meiner Meinung nach sind die Verantwortlichen im Online-Business auch moderner und offener bei der Personalwahl. Es gibt wenig konkrete Ausbildungen – daher ist es nicht so wichtig was man studiert hat, oder ob man studiert hat, sondern mehr was man wirklich kann. Die wenigsten Jobs erfordern eine Nine-to-Five-Anwesenheit, bzw. überhaupt eine physische Anwesenheit.

Als Frau in meiner Branche braucht man auf jeden Fall…

Mut, starke Nerven, eine dicke Haut und Durchhaltevermögen.

Das mache ich vor wichtigen Terminen und Präsentationen…

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Wenn man weiß, wer einem gegenübersitzt und versteht, was das Problem oder die Herausforderung ist, dann lässt sich auf Augenhöhe diskutieren und mit dem richtigen Verständnis in Präsentationen gehen.

Am meisten gelernt habe ich … / Meine lehrreichste Phase war…

Jedes Mal, wenn ich einen Fehler mache und das passiert hin und wieder. Am lehrreichsten war wahrscheinlich die Phase in der Umgründung vom Ein-Personen-Unternehmen zur GmbH. Da habe ich mich leider zu sehr auf meinen damaligen Steuerberater verlassen – das war ein teurer Spaß.

Ein Arbeitstool, auf das ich nicht verzichten kann…

Ich hoffe, ich darf mehr als eines nennen! Mein Handy ist mein Hirn: Kalender, E-Mail, Dropbox, Mobile Banking, … und eines der wichtigsten Tools im Betrieb ist unser CRM, das Projektmanagement, Zeitbuchung, Ressourcenplanung, Angebotslegung sowie Verrechnung und vieles mehr in einem Tool vereint.

Mein wichtigstes Job-Ritual…

Jeden Tag in der Früh gilt mein erster Gang in jedes Büro, um „Guten Morgen“ zu wünschen. Und anschließend gehe ich in die Küche und mache mir meinen Halsfreund Kräutertee in der Gmundner Keramik-Riesentasse vom verstorbenen Schwieger-Opa.

Das hilft mir am besten, mich zu strukturieren…

Ganz öde To-do-Listen, die ich am Vortag zusammenstelle – gemeinsam mit der „Zurückstellen“-Funktion in meinem Mailprogramm und meiner Einträge im Kalender.

Das tue ich, um Frauen zu fördern…

Ich bin zum heuer zum dritten Mal Teil des HTL Mentoring Programmes in Braunau, wo ich ein Jahr lang eine Schülerin begleite und fördere. Ich darf außerdem als Expertin im „Leading Women Talk“ für das Master-Aufbaustudium MBA „Management und Leadership für Frauen“, einer Kooperation zwischen der Johannes-Kepler-Universität und der Stadt Linz zur Verfügung stehen. In der webdots GmbH versuche ich natürlich auch die „webdotsmädls“ zu fördern – egal ob bei der Weiterbildung, bei der arbeitstechnischen Umorientierung oder bei der Familienplanung.

Darauf bin ich stolz…

Auf das gesamte webdots-Team. Ich habe das Unternehmen ohne fremde Hilfe gegründet, wäre aber nicht dort, wo ich jetzt bin, wenn ich mich nicht auf mein Team hätte verlassen können. Auf die Projekte, die wir gemeinsam umgesetzt haben und die Kunden, die wir betreuen und beraten dürfen. Schön ist vor allem, dass das Ganze auch noch sehr viel Spaß macht!

Mehr zum Thema „Frauen im E-Commerce“ erfahrt Ihr im Blog von Contentsquare mit Tijen Onaran, Gründerin und CEO von Global Digital Women: https://contentsquare.com/de-de/blog/diversity-matters/

Vorheriger Beitrag

Wie Frauen sich auch in Krisenzeiten finanziell absichern können

Nächster Beitrag

Aussichten für die Blockchain-Technologie im Bildungswesen

kein Kommentar

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.