Unternehmerinnenwissen

Der Gründerkredit – keine Angst vor großen Summen

Ohne Moos nichts los – das gilt auch für Unternehmensgründungen. Das Thema Fremdfinanzierung ist ein wichtiges und leider auch oft schwieriges Thema, wenn es darum geht, ein Unternehmen auf- oder auszubauen.
Die Initiative für Existenzgründer Deutschland startet hat in diesem  Zusammenhang über einen erstaunlichen und bedauerlichen Umstand berichtet: Nur 21% der deutschen Gründerinnen und Gründer nehmen einen Förderkredit in Anspruch, fast genauso viele (22%) setzen auf einen Bankkredit, um ihr Business zu finanzieren.

Dabei bieten Gründerkredite wie etwa der ERP-Gründerkredit – StartGeld (067) der KfW Bank attraktive Konditionen, die genau auf die Bedürfnisse eines Unternehmensgründers zugeschnitten sind.

Die Vorteile eines Gründerkredits werden hier übersichtlich zusammengefasst. Außerdem erklärt das Beispiel, wie die Kreditaufnahme abläuft.

Wer ist antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind kleine und mittelständische Unternehmen (nach KMU-Definition), die entweder neu gegründet werden oder die maximal fünf Jahre am Markt sind. Auch Personen, die Geschäftsübernahmen oder den Erwerb einer Beteiligung planen, sind förderberechtigt. Ebenso können Gründungen im Nebengewerbe gefördert werden, allerdings nur, wenn diese mittelfristig ins Hauptgewerbe überführt werden.

Außerdem muss das unternehmerische Vorhaben einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg erwarten lassen. Um dies zu gewährleisten, muss der Antragsteller unter anderem nachweisen, dass er über die erforderlichen fachlichen und kaufmännischen Qualifikationen verfügt. Eigenkapital ist hingegen nicht unbedingt erforderlich, kann allerdings von Vorteil sein.

Was genau wird gefördert?

Konkret gefördert werden kann beispielsweise der Erwerb von Grundstücken (auch Baunebenkosten), der Kauf von Maschinen, Anlagen und Einrichtungsgegenständen, Betriebs- und Geschäftsausstattung und die Erstausstattung oder Aufstockung von Lagerbeständen.

Wie hoch sind Laufzeit, Zinsen und tilgungsfreie Anlaufjahre?

Bei einer Kreditlaufzeit unter 5 Jahren können Sie bis zu einem Jahr tilgungsfreie Anlaufzeit in Anspruch in nehmen, bei einer Laufzeit von 10 Jahren sind sogar die ersten beiden Jahre tilgungsfrei. Die Zinsen liegen derzeit bei niedrigen 2,07 – 2,6%.

Ein Beispiel: Frau Müller gründet eine Bäckerei

Frau Müller möchte eine Bäckerei eröffnen. Hierzu benötigt sie Kapital in Höhe von 70.000€. Um einen Gründerkredit zu bekommen, schreibt Frau Müller zunächst einen detaillierten Businessplan, in dem sie auch ihren zu erwartenden Kapitalbedarf darlegt. Sie beschreibt ganz genau, wie viel Geld sie für welche Anschaffung braucht. Frau Müller muss auch argumentieren, weshalb ihre Bäckerei erfolgreich sein wird. So kann sie zum Beispiel anführen, dass es im Umkreis von 3km keine andere Bäckerei gibt, und dass sie über eine Bäcker- und Konditorausbildung sowie langjährige Berufserfahrung verfügt.

Den ausgearbeiteten Businessplan reicht sie zusammen mit dem Kreditantrag der KfW Bank bei ihrer Hausbank ein. Diese überprüft die Tragfähigkeit des Businessplans und die Erfolgsaussichten des Unternehmens. Wenn beides überzeugen kann, leitet die Hausbank den Antrag und den Businessplan an die KfW weiter. Diese entscheidet dann abschließend, ob Frau Müller der Kredit gewährt wird.

Der Kredit wird dann allerdings nicht als komplette Summe auf Frau Müllers Konto überwiesen. Bis zu 30.000€ stehen ihr ab sofort als Betriebsmittel zur freien Verfügung, über die genauen Verwendungszwecke muss Frau Müller keine Auskunft geben. Mit diesem Geld könnte sie zum Beispiel die ersten Mieten, Werbemaßnahmen und Personalkosten bezahlen, auch die eigenen Lebenshaltungskosten kann Frau Müller in der Anlaufphase mit diesem Geld stemmen.

Nun möchte Frau Müller Knetmaschinen und einen Ofen im Wert von 20.000€ kaufen. Die Rechnung für diese Betriebsanschaffungen reicht sie über die Hausbank bei der KfW ein, um für diese spezifische Investition das Geld zu erhalten. Nach wenigen Tagen erhält Frau Müller das Geld von der KfW auf ihr Konto überwiesen und kann die fälligen Beträge bezahlen. Für die Ladeneinrichtung und eine erste Aufstockung des Lagers (Mehl, Zucker, Butter) benötigt sie einige Zeit später die übrigen 20.000€, die Rechnungen zu den einzelnen Posten reicht sie ebenfalls ein und erhält anschließend das Geld.

Je nach Kreditlaufzeit beginnt Frau Müller dann nach ein bis zwei Jahren, monatlich das Darlehen (zuzüglich der Zinsen) zurückzuzahlen. Die Zinsen hingegen zahlt Frau Müller bereits ab dem ersten Tag, da diese allerdings nicht sehr hoch sind, stellt dies keine große finanzielle Belastung dar.

 

Der Artikel wurde uns von der Existengründungsinitiative Deutschland startet zur Verfügung gestellt.

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