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Imagekampagne für das Handwerk – Ohne Frau am Bau

Die Deutsche Handwerkszeitung berichtet aktuell, dass das Handwerk seine Imagekampagne mit neuen Motiven fortsetzt. Seit heute (13.Januar 2015) werden „in Nahaufnahme die Hände junger Handwerker“ gezeigt. Damit soll „die Vielfalt des Handwerks auf authentische Weise in Szene“ gesetzt werden und jungen Leuten Geschmack auf die Ausbildung in einem Handwerksberuf gemacht werden.

Meine Neugier war geweckt. Werden hier endlich auch mal alte Rollenbilder über den Tisch gefegt? Gibt es bei der Kampagne auch Frauenhände und was machen die?
Die Antwort war ernüchternd. Ich habe auf der Seite www.handwerk.de die Kampagne angeschaut und auf zwei Motiven Frauenhände entdeckt: Am Schreibtisch für „kaufen, rechnen, realisieren…“ und am Schneidetisch für „brennen, schneiden, ablichten…“. Nicht schleifen oder lackieren oder verputzen oder Fahrrad reparieren…
Die Kampagne trägt den passenden Namen: „Die Welt war noch nie so unfertig…“ kein Wunder, wenn Frauen fehlen.

Ein solche Kampagne kostet richtig Geld. Da wird extra eine Agentur mit beauftragt. Da wird sich Mühe gegeben. Aber denkt eigentlich auch mal einer mit?

Frau mit Hammer als Sinnbild für Frauen in Handwerksberufen

Chefin im Handwerk – Tim Reckmann / www.pixelio.de

Die zweite Kampagne, die richtig Geld kostet, bei der sich viele Leute Mühe geben heißt „Roadshow Chefinnen im Handwerk„. Die findet auch in diesem Jahr wieder mit drei Terminen statt. Nur wird diese von einer anderen Stelle, u.a. der bga und dem BMFSFJ, konzipiert. Ziel:

Jungen Frauen sollen damit die vielfältigen und spannenden Karrierechancen in den verschiedenen Gewerken vor Augen geführt werden. Die Porträts zeigen die Freude an der handwerklichen Tätigkeit und selbstbestimmten Arbeit

Warum werden hier denn keine Synergien genutzt? Kann man potentielle Azubi nicht mit einer gemeinsamen Kampagne ansprechen? Wird durch so ein Vorgehen das klischeebehaftete Rollenbild nicht erst recht vertieft?

Wir finden, dass hier etwas grundsätzlich schief läuft. Man will junge Menschen dazu animieren einen handwerklichen Beruf zu erlernen und im weiteren Schritt selbst zu gründen. Warum muss da nach Geschlecht unterschieden werden?

Wir finden: Macht eine Kampagne und unterstützt mit dem gespartem Geld junge Gründern und Gründerinnen im Handwerk!

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