Gründerinnen-Stories

Dank Online-Shop und Digitalisierung – Designer-Trachten aus Hamburg

Dirndl und Tracht aus Hamburg scheint ja ein Paradoxon zu sein. Nicht für Unternehmerin Sibilla Kawala von LIMBERRY. Mit Ihrem Online-Shop für Designer-Dirndl ist sie äußerst erfolgreich und konnte damit auch beim TV-Format „Die Höhle der Löwen“ überzeugen. Für SHE works! hat sie ihre Gründungsphase Revue passieren lassen.

Was gab den Impuls sich selbstständig zu machen?

Wenn es so etwas wie ein “Unternehmer-Gen” gibt, dann trage ich es wohl in mir. Ich wollte schon immer selbstständig sein: Wenn andere Kinder in der Schule ihren Berufswunsch äußerten, so wollten sie Feuerwehrmann oder Ärztin werden – ich sagte dann immer, ich wolle selbstständig werden.

Der direkte Impuls kam durch die Erfahrungen, die ich in unserem Familienunternehmen in der Stahlbranche sammelte: Ich merkte, dass ich unbedingt ein eigenes Unternehmen aufbauen und leiten wollte – aber es wurde auch klar, dass es in einer Kreativbranche sein sollte und ich nicht dafür geeignet war, das Unternehmen meines Vaters, in der eher unkreativen Stahlindustrie, zu übernehmen. So gründete ich LIMBERRY.

Wie lange hat es gedauert von der ersten Idee bis zur Anmeldung des Unternehmens?

Das ging alles sehr schnell: Ich hatte ein finanzielles Polster, das es mir erlaubte, direkt ans Werk zu gehen. Ich schrieb meinen Businessplan und schritt wenige Wochen später zur Gründung.

Was waren die größten Hemmnisse?

Mein Geschäftsmodell funktionierte zu Beginn einfach nicht: Ich hatte zwar einen höchst innovativen Onlineshop, aber das Modell, dass sich Frauen auf meiner Webseite selbst ihre Kleidung designen konnten, die wir dann nach Maß anfertigten, das funktionierte nicht. Erst als ich mich komplett neu ausrichtete und nur auf Designer Trachtenmode konzentrierte, begann der Erfolg.

Wer oder was hat Sie unterstützt?

Ich hatte Glück und habe gleich zu Beginn erfahrene Unternehmer als Mentoren gewonnen. Sie waren toll und haben mich wirklich mit Rat und Tat unterstützt. Außerdem stand mir meine Familie, die ja langjährige Erfahrung im Unternehmertum hat, immer zu Seite. Das hat mir gerade in der Anfangsphase, als ich noch kein Team und keine Mitgesellschafter hatte, sehr geholfen.

Haben Sie Förderprogramme genutzt / beantragt?

Ich habe lediglich den Gründerzuschuss bekommen, ansonsten keine Förderprogramme genutzt oder beantragt.

Was würden Sie mit dem Wissen von heute anders machen?

Ich hätte früher mein Businessmodell der Realität angepasst. Ich habe lange daran festgehalten und dachte, mit mehr Marketing, PR oder Social Media komme ich schon auf einen grünen Zweig. Doch die Nachfrage/das Interesse war einfach nicht da und ich konnte es auch nicht erzwingen. Dies hätte ich früher erkennen können.

Welche Netzwerke nutzen Sie?

Ich gehe gerne hier in Hamburg auf Startup-Events, zum Beispiel von Hanse Ventures oder Hamburg Startups oder ich bin auf Konferenzen wie der Bits&Pretzels oder der StartupCon unterwegs: Ich networke am Liebsten in persona 😉

Ihr Tipp für Gründerinnen:

Seid selbstbewusst und glaubt an euch, aber seid auch offen dafür, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen. Für mich waren Mentoren immer sehr wichtig und ich glaube, sie können jedem Gründer sehr helfen Fehler zu vermeiden und in die richtige Richtung zu gehen.

 

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