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Antifeminismus ist eine Gefahr für die Demokratie – Broschüre klärt auf

Gleichstellungsarbeit rückt neben der Migrationspolitik vermehrt in den Fokus extrem rechter Kräfte. Sie lehnen Gleichstellung ab, streben ein stereotypes Bild vom Mann- und Frausein an und vereinnahmen gesamtgesellschaftliche Herausforderungen, wie z.B. das Thema Gewalt an Frauen, wenn sie damit gegen „Andere“ hetzen können.

Welche Strategien Rechtspopulisten dabei anwenden und wie sich zum Beispiel Gleichstellungsbeauftragte wappnen können ist Inhalt einer Broschüre, die das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend finanziell unterstützt hat. Bundesministerin Dr. Franziska Giffey: „Gleichstellung von Frauen ist ein zentrales Thema meiner Arbeit und ich bin dankbar, dass auch die Gleichstellungsbeauftragten sich dafür so intensiv einsetzen. Im Grundgesetz ist verankert, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Die Gleichstellungsbeauftragten arbeiten daran, diesen Verfassungsauftrag in die Realität umzusetzen. Es darf nicht sein, dass sie in ihrer Arbeit diskreditiert werden oder die Finanzierung von Gleichstellungsprojekten in Frage gestellt wird.“

Antifeminismus – Ausgrenzung von Frauen

Vor allem Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte und ihre Arbeit stehen im Fokus von Anfeindungen.

Die bekannte Comedienne Carolin Kebekus unterstützt die Gleichstellungsarbeit: „Mit ihren stumpfen „Wir sind das Volk“-Parolen wollen einige Rechtspopulisten Flüchtlinge, Andersdenkende und auch Frauen ausgrenzen, die für die Gleichstellung von Männern und Frauen einstehen. Erschreckend! Auch Hassmails, die ich aus dem rechten Spektrum bekomme, sind oft frauendiskriminierend. Gemeinsam gegen Rassismus und Frauenfeindlichkeit!“

 „Ein Jahr, nachdem die AFD in den Bundestag eingezogen ist, gehören Angriffe auf Gleichstellung, Frauenrechte und Gleichstellungsbeauftragte auch dort zur Tagesordnung“, sagt Brigitte Kowas, Bundessprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen: „In vielen Kommunalparlamenten und Kreistagen stellen Rechtspopulist*innen die Gleichstellung und damit den Verfassungsauftrag Gleichstellung in Frage. Viele Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte haben uns davon berichtet“, „Mit dieser Handreichung machen wir die Strategien und die Angriffe erstmals öffentlich.“

BAG erarbeitet Handlungsempfehlungen

Im Auftrag der BAG hat die Fachstelle Gender, GMF und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung die Handreichung „Antifeminismus als Demokratiegefährdung?! Gleichstellung in Zeiten von Rechtspopulismus“ erarbeitet. Darin finden sich Strategien extrem rechter und antifeministischer Akteur*innen und mögliche Handlungsempfehlungen, um sich gegen Angriffe auf die Gleichstellungsarbeit wehren zu können.

Wie massiv antifeministische Anfeindungen den Arbeitsalltag von Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten beeinflussen, wird in acht Interviews mit Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte deutlich.

„Die Verschärfung von Antifeminismus und heftige Anfeindungen von Gleichstellungspolitiken müssen im Blick behalten werden und als das bezeichnet werden, was sie sind: antidemokratisch! Das bedeutet auch, diesen Anfeindungen zu widersprechen und sich eindeutig zu positionieren“, erklärt Judith Rahner, Leiterin der Fachstelle der Amadeu Antonio Stiftung und eine der Autor*innen der Studie.

Es ist höchste Zeit diesen Demokratiefeind*innen Einhalt zu gebieten. Gegen Sexismus, Frauenfeindlichkeit und Rassismus – für eine offene und gleichberechtigte, gerechte Gesellschaft.

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1 Kommentar

  1. Leonie B.
    27. September 2018 at 10:49

    Gleichstellungsbeauftragte sollten auch für Gleichstellung eintreten – auch dann, wenn es um benachteiligte, diskriminierte Männer geht!

    Z.B. an einer Berliner Fachhochschule: eine Immigrantin als Dozentin wurde von Kollegen und Kolleginnen gemobbt und sollte ihren Vertrag nicht verlängert bekommen. Sie wendete sich an die Gleichstellungsbeauftragte, die das verhindern konnte – gut so!
    Nicht gut: ein männlicher Immigrant erlebte dasselbe, hatte aber keinerlei Unterstützung von irgendwem, denn die Gleichstellungsbeauftragte erklärte sich für „nicht zuständig“.

    Auch im Familienrecht nach Scheidung gibt es berechtigte Interessen von Vätern, die von den Ämtern und Gerichten negiert werden. Unzählige Fälle gibt es, in denen Väter tatsächlich „entsorgt“ werden, denen der Zugang zu ihren Kindern erschwert bzw. verunmöglicht wird. Auch ich (weiblich) empfinde das als große Ungerechtigkeit und finde es falsch, Männerrechtlicher, die das anprangern, gleich als „rechts“ oder „demokratiefeindlich“ zu bekämpfen.

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