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Unsichtbare Arbeiten: Haus- , Erziehungs- und Pflegearbeiten sind 1 Billion Euro wert

Wäsche waschen, einkaufen, putzen oder kranke Angehörige pflegen. Die Arbeit, die von Frauen übernommen werden, aber kein  Gehalt mit sich bringen, ist enorm. Erfasst wird diese Arbeit nicht. Allerdings hat das Magazin Die Welt in einem Artikel zusammengefasst, das der Wert dieser Arbeit bis zu einer Billione Euro wert ist.

In Wirtschaft und Politik werden die Haus-, Erziehungs- und Pflegearbeiten nicht oder nur sehr gering erfasst. „Für Aufgaben wie Mittagessen kochen, Kindergeburtstage organisieren oder beim Nachbarn die Blumen gießen gibt es nicht einmal einen einheitlichen Namen. Lediglich die Soziologie hat dafür eine Bezeichnung gefunden: Sie sieht bezahlte Arbeit als Tätigkeit, die der Herstellung eines Produktes dient.“ So heißt es in der Welt. „Die Statistik zählt nämlich nur Arbeitsergebnisse zum Bruttoinlandsprodukt, die am Markt in Euro und Cent bewertet werden. Es fehlt also ein großer Brocken im Bruttoinlandsprodukt.“

Quelle Infografik Die Welt

 

Vor allem die Frauen sorgen mit ihren unbezahlten Tätigkeiten für die Aufrechterhaltung der Familie und der Gesellschaft.

Gedankt wird es Frauen oft wenig, zu wenig Ansehen und Anerkennung ihrer Arbeiten sind ihnen vergönnt.

Und das auf die eigenen Kosten. Viele Frauen gehen vormittags arbeiten und kümmern sich nachmittags um Kind, Haushalt und Angehörige.

 

Das Statistische Bundesamt behilft sich bei der Schätzung mit einem Modell: „Selbst bei einer vergleichsweise vorsichtigen Bewertung beträgt der Wert der unbezahlten Arbeit etwa ein Drittel der im Bruttoinlandsprodukt ausgewiesenen Bruttowertschöpfung“, heißt es in einer Studie der Behörde.

Gemessen am deutschen BIP von 2017 wären das immerhin rund 1000 Milliarden Euro. Auf diesen Wert kommen die Statistiker, weil sie ausrechnen, was es kosten würden, wenn alternativ eine Arbeitskraft in dem Haushalt bezahlt werden müsste.

Keine Gleichberechtigung bei der häuslichen Arbeit

Rechnerisch sind Frauen im Durchschnitt ab dem 28. August, dem Gender Care Gap Day, „allein zu Hause“. Dann endet der Beitrag der männlichen Partner zur Haus- und Erziehungsarbeit aufs Jahr gerechnet. 125 Tage bis zum Jahresende erziehen die Frauen ihre Kinder alleine, leisten die gesamte Hausarbeit ohne die Hilfe ihres Partners und pflegen andere, während der Mann einer bezahlten Tätigkeit nachgeht.

Und was ist mit der Altersversorgung?

Dass Frauen hier nicht genügend Aufmerksamkeit auf dieses Thema legen, ist mittlerweile stärker bekannt. SHE works! hat im Januar-Magazin hierzu einiges geschrieben:Finanzen im Griff? Frauen und Geld

Gerade mit EIntritt in das Rentenalter zeigen sich die unterschiedlichen Engagements von Männern und Frauen bei unbezahlter Arbeit besonders. Deutschland hat unter den großen Industriestaaten das stärkste Rentengefälle zwischen den Geschlechtern. Frauen erhalten hier im Schnitt nur die Hälfte der durchschnittlichen Rente, die Männern ausbezahlt wird, so Zahlen der OECD. Arbeit, die für den Erhalt der Gesellschaft unverzichtbar ist, trägt also gleichzeitig zur Altersarmut von Frauen bei.

Der gesamten Artikel finden Sie hier: www.welt.de

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