Gründerinnen im Porträt

LaSaRa – Coffee-to-go-Becher zum Essen

Wer sind Sie und was machen Sie?

Wir, Sarah Theresa Schulte und Lara Wagemann von LaSaRa, stehen für die Revolution des Coffee-to-go-Trinkens – grün, mit gutem Gewissen und ohne Kompromisse. Wie? Indem man unseren leckeren Edible Coffee Cup isst, statt ihn wegzuwerfen, wie herkömmliche Einmalbecher – mit dem Ziel, die Welt vor der Vermüllung zu retten.

Was ist die Besonderheit Ihrer Gründungsidee?

Doch was macht ihn neu und einzigartig? Der Edible Coffee Cup besteht aus einem Waffelbecher, der in der Region hergestellt wird. Anschließend besprühen wir ihn mit unserer selbst entwickelten, einzigartigen hitze- und wasserbeständigen Beschichtung. Zur Berücksichtigung hygienischer Aspekte ist eine Pappummantelung des Becherbodens und des unteren Randes geplant. Im Gegensatz zu herkömmlichen Alternativen hält unsere neue, patentierbare, geruchs- und geschmacksneutrale Schicht den Becher bis zu 30 min knackig und bis zu 48 h auslaufsicher. Zusätzlich ist die Waffel ein leckerer, laktosefreier und kalorienarmer Snack, der fast nur Rohstoffe aus der EU enthält. Unser Produkt kombiniert somit den Nachhaltigkeitstrend mit dem Genuss einer leckeren Waffel und den praktischen Eigenschaften von Einmalbechern aus Pappe oder Plastik. Durch die Essbarkeit und biologische Abbaubarkeit kann er als Substitut jedes Coffee-to-go-Gefäß ersetzen.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?

Einen Beweis für die Qualität unseres beschichteten Bechers lieferten die ersten 20 Probanden, die diesen als leckere und nachhaltigere Alternative zu gewöhnlichen To-go-Bechern beschrieben. Bei einigen Probanden bestand eine anfängliche Skepsis gegenüber der Auslaufsicherheit des Bechers, welche sich jedoch mit dem ersten Ausprobieren direkt legte. Auch der Großhandel, sowie zahlreiche Gastronomiebetriebe, haben bereits Interesse an unserem Produkt bekundet. Die Platzierung bei dem Ideenwettbewerb Call for Ideas in OWL steigert unsere Sichtbarkeit.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Als Studentinnen der Wirtschaftspsychologie haben wir einige Praktika im Marketing der Lebensmittelbranche absolviert. Zudem werden wir von Laras Bäckerfamilie unterstützt, sodass wir unsere ersten Chargen in der eigenen Bäckerei produzieren können. Zusätzlich haben wir uns ein bereites Netzwerk aus Lebensmitteltechnologen, Mathematikern und Ingenieuren aufgebaut.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Wir brennen dafür, ökologisch nachhaltiges Denken tiefer in der Gesellschaft zu verankern, dabei die Kosten möglichst gering zu halten und gleichzeitig rentabel zu sein. Ein paar Cent mehr für einen nachhaltigen Becher und Snack in einem zu bezahlen, soll sich jeder Durchschnittsbürger leisten können, ohne einen Wandel der geliebten Gewohnheiten, ohne Kompromisse. So lösen wir mit unserem Edible Coffee Cup nicht nur unser lokales Problem in Deutschland, sondern verringern auch das globale Problem der Wegwerfkultur.

Was war oder ist Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?

Bäcker, Konditoren und Lebensmitteltechnologen haben bezweifelt, dass es überhaupt möglich ist eine wasser- und hitzebeständige Beschichtung für einen essbaren Kaffeebecher zu entwickeln. Und trotzdem haben wir es mit viel Ehrgeiz, Begeisterung und Ausdauer geschafft. In unserer WG-Küche haben wir monatelang geforscht, bis der erste Kaffeebecher auslaufsicher war.

Welches sind aus Eurer Sicht die größten Herausforderungen von Start-ups aus den KUER Branchen (Klima, Umwelt, Energieeffizienz, Ressourcenschonung) generell?

Zum einen ist die Zahlungsbereitschaft der Konsumenten für nachhaltigere Produkte eher gering, auch wenn sie stetig wächst. Zum anderen sind Konsumenten trotzdem nicht bereit, geliebte Gewohnheiten aufzugeben und Routinen zu ändern. So können Innovationen nur langsam etabliert werden.

Sie sind Teilnehmer im aktuellen KUER.NRW Businessplan Wettbewerb 2020: Warum haben Sie sich entschlossen, an dem Wettbewerb teilzunehmen?

KUER ist uns aufgrund des Nachhaltigkeitsfokus aufgefallen. Besonders die tolle Organisation des Wettbewerbs und Unterstützung durch unsere Mentoren ist einzigartig.

In den fünf Monaten des Wettbewerbs steht Ihnen ein persönlicher Mentor zur Seite und unterstützt Sie beim Schreiben des Businessplans. Mehr als 100 Experten stehen den Teams im KUER Netzwerk zur Seite.

Wie können wir uns die Zusammenarbeit vorstellen? Was nehmen Sie aus dem Mentoring mit?

Zum einen ist die Hilfsbereitschaft der Mentoren hervorzuheben, unsere Mentorin Petra Hartjes hat sich beispielsweise mehrere Stunden Zeit für uns genommen. So konnten wir unser Konzept durch ihren Input deutlich optimieren.

Wie wichtig sind für Sie Netzwerke wie das des KUER.NRW Gründungswettbewerbes?

Gerade während der Corona-Krise ist Netzwerken für Start-ups schwierig und wird schnell unpersönlich. Durch Netzwerke wie das von KUER ist es uns trotzdem möglich, neue Kontakte zu knüpfen und stetig neuen Input zu erhalten.

Wer berät Sie, wer sind Ihre Helfer und Mentoren? (KUER und sonstige)

Nach der Entwicklung unseres essbaren Kaffeebechers haben wir von einzelnen Dozenten wie Christoph Harff und Christan Manthey großartigen Support bekommen. Mittlerweile haben wir noch weitere Mentoren dazugewonnen, wie bspw. den Start-up-Coach Oliver Bonkamp und Kontakte zu anderen Start-ups wie MONDAY.ROCKS, udo oder CryptoNoah geknüpft. Mit diesen tauschen wir uns über Erfahrungen in der Branche oder auch allgemeinen Herausforderungen eines jeden Start-ups aus.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam?

Durch die Teilnahme an Wettbewerben generieren wir Aufmerksamkeit, sowohl bei möglichen Dienstleistern als auch bei potenziellen Kunden, wie z. B. Cafés und Bäckereien. Da wir momentan noch in der Produktentwicklung sind, suchen wir gerade das Feedback dieser Kunden.

Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?

Probier‘ unseren Becher und überzeug dich selbst! Unser Becher wird in circa einem Jahr erhältlich sein.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?

Wir sind noch nicht gegründet, bewerben uns allerdings momentan für das Exist-Gründerstipendium. So können wir erste Ausgaben tätigen uns unseren Lebensunterhalt finanzieren.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?

Wir möchten es jedem Menschen ermöglichen, Coffee to go jederzeit mit gutem Gewissen und ohne Kompromisse genießen zu können.

Ihr Tipp: Was würden Sie anderen Gründerinnen empfehlen?

Geht raus aus der WG-Küche und präsentiert eure Idee so oft wie möglich! Gerade Frauen erhalten in Start-up-Bereichen besondere Förderung und sollten sich viel öfter trauen, ihre Ideen umzusetzen.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg!

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2 Kommentare

  1. 31. Dezember 2020 at 23:42

    Sehr geehrte Frau Schulte,
    sehr geehrte Frau Wagemann,

    ich bitte einmal um telefonische Kontaktaufnahme ab dem 04.01.2021.
    Es geht um das Thema einer möglichen Zusammenarbeit.

    Mit freundlichen Grüßen
    Thomas Schlootz
    Geschäftsführer Studierendenwerk Dortmund AÖR
    Tel.: 0231-755 3601

  2. 9. März 2021 at 13:32

    Sorry, das ist aber nun nicht wirklich etwas Neues!
    Flüssigkeitsbeständige Becher auf Waffelbasis herzustellen, wurde schon vor über 15 Jahren seitens großer Waffelhersteller zig-Mal mit der herkömmlichen, dafür aber ungeeigneten Waffelbacktechnologie probiert und scheiterte aus den verschiedensten Gründen immer wieder – allein eine zusätzliche Beschichtung ist viel zu teuer und produktionstechnisch viel zu aufwendig.
    Wir selbst sind da wohlgemerkt schon in den 90- er Jahren unserer Zeit weit voraus gewesen und sind als echte Trendsetter bewusst ganz andere Wege gegangen – d. h. haben eine eigene, weltweit einmalige Backtechnologie zur Herstellung äußerst flüssigkeitsbeständiger Formbackwaren entwickelt.
    Das heißt, wir stellen nur aus einer Weizen/Roggenmehlmischung/ Rapsöl, Wasser bereits seit über 15 Jahren auf unserer 1. Pilotanlage unter der Marke ‚Füllett‘ essbare Schalen in verschiedenen Größen in bio-veganer Qualität her. Unsere Füllett erhalten allein verfahrensbedingt (!) beim Backen eine wie versiegelt wirkende Oberfläche, was die Aufnahme heißer Flüssigkeiten erlaubt – wohlgemerkt ohne jegliche Beschichtung!
    Kaffeebecher herzustellen, wäre theoretisch natürlich auch möglich, aus unserer jahrelangen Marktkenntnis heraus, setzen wir selbst da aber bewusst nicht drauf …
    Wir haben nunmehr innerhalb der bestehenden Produktion nach jahrelanger Optimierung unserer Technologie zwischenzeitlich ein eigenes, kurz vor der Patenterteilung stehendes Maschinenkonzept für einen hochleistungsfähigen Backautomaten entwickelt – unsere strategische Zielstellung lautet somit Technologietransfer – d. h. die Vergabe von Lizenzen zum Backen von Füllett.

    Das heißt, unser Marktvorsprung und unser hohes verfahrenstechnologisches und konkurrenzloses Know-how ist nicht nur reine Theorie, sondern beinhaltet vor allem die PRAXIS – d. h. auch fertig entwickelte Produktkonzepte (z. B. auch für tiefgekühlte Snacks auf Basis von Füllett oder auch Gastronomiekonzepte) sowie einen bestehenden Marktzugang mit hunderten von Kunden über unseren Online-Shop.

    Für mich ist es jedenfalls erstaunlich, dass doch immer wieder unerfahrene junge Leute ohne jegliche Marktkenntnis sich an anspruchsvollen ‚Produktentwicklungen‘ versuchen und dann völlig praxisuntaugliche Produkte entwickeln! Da werden mit einer Menge Unwissenheit, Selbstüberschätzung und oft auch durch die verfehlte, von selbst nicht mit der Materie vertrauten Unternehmensberatern Projekte ins Leben gerufen, welche eigentlich schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt sind! Dabei wird in vielen Fällen nicht nur Steuergeld in Form von geförderten Beraterhonoraren, sondern auch das Kapital der Investoren verbrannt – einfach, weil vorab nicht ordentlich danach recherchiert wurde, ob es zu der eigenen ‚Idee‘ nicht doch schon etwas auf dem Markt gibt. Im Bereich ‚essbare Verpackung‘ / essbares Geschirr stößt man da z. B. nämlich unweigerlich auf unser Füllett und könnte da auf unserer Webseite / Shop nicht nur in der Firmenhistorie sehr lehrreiches zu diesem Thema lesen.

    Aber statt sich auf vorhandenes Know-how zu stützen und die bereits vorbereitete Arbeitsbasis gewinnbringend weiterzuentwickeln, meinen heute vielen Studenten etc., sich am besten gleich noch während oder kurz nach dem Studium als ‚Jungunternehmer‘ beweisen zu müssen. Alle meinen es besser zu wissen und wollen es anders machen – oft endet das, wie wir selbst als Praktiker (!) und ‚alte Hasen‘ oft genug und immer wieder beobachten, im Fiasko! Das ist aber nicht unbedingt neu, sondern war eigentlich schon immer so- und wird es wahrscheinlich auch immer so bleiben…
    Jeder muss (?) eben unbedingt seine eigenen Erfahrungen machen – habe ich selbst natürlich auch, wobei ich aus heutiger Sicht und mit der ‚Weisheit des gesetzteren Alters‘ auf einige auch gern verzichtet hätte 😉 …

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