Gründerinnen im Porträt

Ruby Limes: Diabetes meets Fashion

Nur selten findet man bei medizinischen Produkten die Kombination von Funktion, Mode und Komfort. Diesem Fokus widmet sich das junge Unternehmen Ruby Limes mit Leidenschaft, Spaß und großer Empathie für die Kund*innen. Frida Lüth ist Quereinsteigerin aus dem Bereich Film & Journalismus. Sie legt großen Wert auf eine faire Produktion und hochwertige Qualität, daher stammen sämtliche Materialien sowie die Produktion aus Europa. Soweit möglich, werden einzelne Produkte auch regional bei Berliner Produktionen und integrativen Werkstätten gefertigt. 2018 gewann Ruby Limes den Gründerpreis der Berliner Sparkasse, außerdem wurde das Unternehmen als Kultur- und Kreativpilot*innen 2020 ausgezeichnet.

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?

Ruby Limes ist eine Marke für Wäsche mit versteckter Tasche zum Tragen von Insulinpumpen. Viele Typ-1 Diabetiker tragen täglich bis zu 24 Stunden eine Insulinpumpe am Körper. Es gab bisher keine schöne, unauffällige und funktionale Möglichkeit die Insulinpumpe sicher am Körper zu tragen. Insbesondere Frauen fühlen sich durch die Pumpe oft auch bei der Kleiderwahl eingeschränkt. Diesem Problem und dieser Nische zwischen Medizin und Mode hat sich Ruby Limes gewidmet.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?

Neben der Gründung, der Weiterentwicklung und der steigenden Nachfrage unserer Kunden, hatten wir das Glück auch Zuspruch von öffentlicher Seite zu bekommen: 2018 hat Ruby Limes den Gründerpreis der Berliner Sparkasse gewonnen und dieses Jahr wurden wir von der Bundesregierung als Kultur- und Kreativpilot ausgezeichnet.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Ursprünglich habe ich Medienkommunikation & Journalismus studiert. Danach habe ich hauptsächlich im Bereich Film gearbeitet und zuletzt für einen Autor geschrieben. Aus einer Schreibkrise heraus habe ich dann mein altes Hobby Unterwäsche nähen wieder aufgenommen und bin dadurch dann zum Quereinsteiger in der Modebranche geworden.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Es war nicht unbedingt mein Ziel ein eigenes Unternehmen zu gründen. Zuvor war ich jahrelang selbständig und habe eigentlich im Bereich Film und Journalismus gearbeitet. Wäsche nähen war bis dahin nur mein Hobby. Als mich dann eine Bekannte die eine Insulinpumpe trägt, auf das Problem aufmerksam machte und die ersten Prototypen bei weiteren Testträgerinnen auf viel Zuspruch trafen, gab es einfach keine andere Möglichkeit, als eine Firma zu gründen um das Vorhaben umzusetzen.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?

Über das Coaching Programm der IBB begleitet mich nun seit fast 2 Jahren eine tolle Gründertrainerin. Zudem suche ich regelmäßig Austausch mit anderen Gründern und bin in dem Netzwerk der Kultur- und Kreativpiloten. Ich kann den Austausch nur jedem ans Herz legen – insbesondere wenn man alleine ein Unternehmen führt. Es gibt einfach Dinge und Entscheidungen, für welche der Rat und Austausch von Freunden und Familie nicht überstrapaziert werden sollte.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?

Ich denke die größte Herausforderung bei der Gründung war definitiv die, aus einem Ideal und einer vagen Idee heraus eine Firma in einem Bereich zu gründen, von dem ich vorher wenig bis gar nichts wusste. Insbesondere selber als Nicht-Insulinpumpenträgerin und Diabetikerin. Inzwischen habe ich tolle Kontakte und viele Insulinpumpenträger und Menschen aus der Branche, mit denen ich mich regelmäßig austausche. Auch zu einigen meiner Kunden besteht sehr enger Kontakt und Austausch.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam?

Natürlich sind wir auch auf den gängigen Kanälen wie Instagram und Facebook aktiv. Meine größten Unterstützer sind jedoch meine Kunden, welche Ruby Limes auch teilweise an ihre Diabetesberater/-innen herantragen und unsere Produkte weiterempfehlen.

Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Das Start-Up Stipendium (Charité Universitätsmedizin Berlin) hat einen großen Teil dazu beigetragen die Gründung und die lange Entwicklungszeit zu ermöglichen.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?

Es gibt viele Bereiche in der Medizin, bei denen hauptsächlich funktional gedacht wird, jedoch nicht daran, wie die Patienten sich beim Tragen von Medizinprodukten fühlen.
Ich habe ein Herzensprodukt in einer anderen medizinischen Nische, welches ich gerne entwickeln würde. Dies ist jedoch sehr zeit- und kostenintesiv. Ich hoffe, dass ich früher oder später auf die richtigen Partner zur Umsetzung dieser Idee treffe.

Ihr Tipp: Was würden Sie anderen Gründerinnen empfehlen?

Es gibt keine Erfolgsgarantie und Sicherheit. Freundet euch damit an 🙂
Ich denke die beste Chance in schwierigen Zeiten durchzuhalten, ist eine große Motivation die von Innen heraus kommt. Tauscht euch aus, sucht euch Gleichgesinnte und erzählt von eurer Idee.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg!

Hier geht es direkt zur Homepage von Ruby Limes.

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