Unternehmerinnenwissen

Altersvorsorge – da bleibt ein ungutes Gefühl

Gründerinnen und Unternehmerinnen werden zu Vorbildern. Sie sollen Frauen Mut machen, ausgetretene Pfade zu verlassen und etwas eigenes auf die Beine zu stellen – im besten Fall das eigene Unternehmen.

Gründerinnen geben ihre Gedanken zur eigenen Altersvorsorge preis

Positive Beispiele werden immer mehr veröffentlicht und selbst Scheitern wird auf Fuckup-Nights gefeiert, denn es gehört zum Lernprozess. Doch wie sieht es bei den ganzen tollen Biografien mit dem ungeliebten Thema “Altersvorsorge” aus? Sind die Role Models auch da ein Vorbild? Schließlich sind Frauen durch ihre Erbwerbsbiografien und den GenderGap viel häufiger von Altersarmut bedroht als Männer. Die Grundregel für gründende Frauen sollte dabei heißen: Versicherungen und Altersvorsorge müssen von Anfang an zumindest als Basisschutz eine Rolle spielen und sollten mit zunehmendem Einkommen erhöht und ausgebaut werden. Aber es  gibt kein Patentrezept.

So sichern sich andere Gründerinnen ab

Cora Christine Döhn von finanzen.de hat im Rahmen ihres Projekts „Gründerinnen: Richtig versorgt und abgesichert“  bei bekannten Gründerinnen nachgefragt, welche Vorkehrungen sie für ihre Rente treffen und mit welchen Versicherungen sie ausgestattet sind.

Lea Lange von Juniqe ist eine der wenigen Frauen, die von Anfang an auf eine private Vorsorge gesetzt hat und sich auch ausreichend abgesichert fühlt. Auch Dr. Birte Gall, Gründerin der Berlin School of Digital Business ist da ebenfalls guter Hoffnung.

Miriam Wohlfarth von RatePAY bleibt da skeptisch:

“Versichert bin ich natürlich. Aber ob das ausreicht, bleibt abzuwarten. Ich denke schon, dass mit dem Renteneintritt eine Lücke entstehen wird.”

Freya Oehle von spottster und Franziska von Hardenberg von Bloomy Days zeigen, dass es vielen Gründerinnen in Hinblick auf die finanzielle Absicherung ähnlich geht. Beide wissen, dass Sie ihre Rente bisher nicht im Mindesten abgesichert haben. Allerdings stehen beide auf dem Standpunkt, dass man nicht vergessen sollte, dass auch das eigene Unternehmen, sofern es gut läuft, eine gewisse Altersvorsorge sein kann.

Franziska von der Ahé, Mitgründerin der Glutamat Gmbh hat da ihre ganz eigene Sicht:

“Dadurch, dass wir wohl niemals die „typischen Rentner“ werden, die mit spätestens 67 Jahren ihren Beruf vollständig niederlegen, habe ich nicht das Gefühl zu wenig vorzusorgen. Wir können natürlich auch andere Rücklagen schaffen. Beruhigend ist es außerdem, sich immer mal wieder vor Augen zu führen, was man denn wirklich zum Leben braucht. Wenn man alles hat, was einen glücklich macht und die Finanzen es einem erlauben, sich frei und unabhängig zu fühlen, dann reicht uns das. Das hat sich auch mit den Kindern nicht verändert.”

Vorsorge nicht unter den Teppich fallen lassen

Viele andere Gründerinnen werden sich in der ein oder anderen Aussage sicher wiederfinden. Wichtig ist, dass der Aspekt Altersvorsorge nicht unter den Teppich gekehrt wird und seinen Platz auf der ToDo-Liste behält. Wer zu Beginn der Gründung noch nicht an die spätere Rente denken kann, sollte diesen Schritt, sobald es die finanzielle Situation ermöglicht, schnellstens nachholen. Denn Zeit ist ein wichtiger Faktor beim Aufbau der privaten Rente.

Die Autorin

Cora Christine Döhn arbeitet seit Oktober 2014 als Projektmanagerin bei finanzen.de.  Für das Projekt „Gründerinnen: Richtig versorgt und abgesichert“ hat sie bekannte Frauen aus der Gründerszene portraitiert und die wichtigsten Fakten zu Altersvorsorge und Versicherungsschutz für Gründerinnen zusammengetragen.
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