Gründerinnen-Stories

„mybabyflow“: Daniela Kambor ist Schwangerschafts-Concierge & Baby Planner

Daniela Kambor ist 40 Jahre, verheiratet, Mutter von zwei Töchtern und gebürtige Bayerin, aber Wohlfühl-Hessin. Nachdem sie 2015-2016 eine Zertifizierung zur Baby-Plannerin & Schwangerschafts-Concierge absolviert hatte, gründete sie Ende 2016 im Nebenerwerb ihre kleine Agentur mybabyflow.

Was ist die Gründungsidee hinter mybabyflow?

Ich habe mybabyflow gegründet, um Schwangere und junge Familien bei allen Unsicherheiten und Fragestellungen während der Schwangerschaft und der ersten Zeit danach zu unterstützen, zu entlasten und zu begleiten. Dabei geht es nicht unbedingt darum, den Eltern alles abzunehmen, sondern ihre individuellen Bedürfnisse herauszufinden und ihnen den leider immer größer werdenden gesellschaftlichen Druck zu nehmen. Ich helfe organisatorisch und strukturell, also nicht medizinisch. Als Baby Planner & Schwangerschafts-Concierge bin ich eine Ergänzung zur Hebamme oder Mütterpflegerin, die in der heutigen Zeit rar sind. Wenn es z. B. um eine sinnvolle Erstausstattung, nachhaltige Möbel oder Kinderwagen geht, um die notwendigen Anträge und behördlichen Schritte, um die Suche nach einer Hebamme oder die Wahl des Geburtsortes, später dann die Wahl und Suche nach einer geeigneten Kita oder Tagesmutter, ich bin die richtige Ansprechpartnerin und berate dabei perfekt auf die Bedürfnisse, Wünsche und Lebenssituation der Schwangeren und Familien abgestimmt. Ich vermittele Sicherheit, liefere alle gewünschten Informationen aus einer Hand und versuche die Schwangere „zurück zu den Wurzeln“ und zum Bauchgefühl für sich und das Baby zu bringen, damit sie die Schwangerschaft und erste Zeit danach achtsam und erfüllt erleben und genießen kann.

Da ich lediglich mit einem Tag Zeit-Budget pro Woche gründete, verbrachte ich fast das ganze erste Jahr 2017 mit dem Erstellen meines Konzepts, der Website, dem ersten Flyer und dem Produkt selbst. Schnell kristallisierte sich für mich heraus, dass mir das Thema Kindersicherheit besonders am Herzen liegt. Der Bereich ist sehr komplex und beinhaltet vielfältige Themen. Ende 2017 nahm ich an einer Fortbildung der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. (BAG) zusammen mit der DAPG teil zur „Prävention von Verletzungen bei Kindern 0-5 Jahre“. Diese Fort-bildung befähigt mich, als Multiplikator der BAG zum Thema Kindersicherheit tätig zu werden.

Anfang 2018 wuchs die Idee in mir, mich ausschließlich auf diesen Bereich zu spezialisieren, allerdings wurde schnell klar, dass ich mit nur einem Arbeitstag einfach nicht weiterkommen würde. Ich reduzierte meine Hauptanstellung daher um einen weiteren Tag und arbeite seit September 2018 an zwei Tagen daran, meine kleine Agentur mit dem Fokus Kindersicherheit und Unfallprävention voran zu bringen. Ich biete aktuell Workshops zur Unfallprävention in Hebammenpraxen, Kinder-Cafès, Elternschulen, Kindergärten etc. an sowie individuelle Coachings zuhause. Mein neues Konzept ist die sog. KIDS-SAFE-HOME Party, mit der ich den normalen Workshop Charakter in das private Wohnzimmer übertrage. Die Gastgeber-Familie lädt sich Freunde dazu ein und alle genießen ganz entspannt im privaten Umfeld meinen Fachvortrag zu vorher abgestimmten Wunschthemen und begehen außerdem gemeinsam mit mir die Räumlichkeiten. So können wir direkt vor Ort potentielle Gefahrenquellen erarbeiten und mögliche Lösungen besprechen. So wird kein Babysitter benötigt und die Themen sind genau auf die Lebens- und Wohnsituation des Gastgebers abgestimmt. Die Betreuung von Schwangeren mache ich kaum noch, da diese meist sehr zeitaufwändig ist, biete das aber zusätzlich noch an.

Was gab den Impuls sich selbstständig zu machen?

Bereits während der Schwangerschaft stellte ich fest, das Frauen mit vielen Unsicherheiten einfach alleine gelassen werden, es gibt kaum adäquate Ansprechpartner und Stellen oder diese sind völlig überlaufen, einen Termin zu bekommen dauert ewig. Eine kompetente, professionelle und einfühlsame Begleitung zusätzlich zur Hebamme, die mir alle zigtausend Informationen bündelt und das für mich Passende herausfiltert, hätte ich mich sehr gewünscht. Die angebotene Zertifizierung kam genau richtig. Das Berufsbild des Baby Planner gibt es schon lange, nur in Deutschland ist der Beruf noch nicht so bekannt und etabliert. Die hohen Unfallzahlen, von denen nahezu 80% bei Kleinkindern und im häuslichen Bereich passieren haben mich veranlasst, etwas zur Aufklärung und Sensibilisierung der Eltern beitragen zu wollen. Kindersicherheit ist so viel mehr als nur Treppenschutzgitter und Steckdosensicherungen. Unfälle sind keine Zufälle. Es ist daher wichtig, dass sich Kindersicherheit als wichtiger Bestandteil bei den Eltern etabliert. Die meisten Eltern besuchen Erste-Hilfe-Kurse, was super wichtig und sinnvoll ist. Aber sie machen sich kaum Gedanken darüber, dass Kindersicherheit lange vorher beginnt. Sie ist der erste Schritt, lange vor der Ersten-Hilfe.

Was waren oder sind die größten Hemmnisse bei der Gründung?

Die finanzielle Last habe ich zunächst völlig unterschätzt. Da ich kein fertiges Produkt verkaufe und auch bislang immer Angestellte war, war mir nicht klar, wie viele kleine Kosten auf mich zukommen würden. Ohne Startkapital oder Kredite war (und ist es noch) eine Zerreißprobe, alles für meine Agentur zu bewältigen, damit es funktioniert. Da ich selbst zwei kleine Kinder habe, hatte ich auch nicht den Mut gehabt, komplett auf die Selbstständigkeit zu setzen, und auf mein sicheres Gehalt zu verzichten. Deshalb kam nur Gründung im Nebenerwerb in Frage.

Hatten Sie Unterstützung bei der Umsetzung Ihrer Geschäftsidee?

Zunächst habe ich mit einer wundervollen Designerin mein Logo, CI und Flyer ausgearbeitet, die mir auch mit vielen guten Tipps zur Seite stand. Sonst unterstützt mich meine Familie in allen Belangen, egal ob bzgl. Anschaffungen oder Kinderbetreuung. Inzwischen habe ich mit REER einen großen Kooperationspartner sowie eine Kollegin aus der Ersten-Hilfe (Jordis Kreuz; www.erste-hilfe-party.de), mit denen ich eng zusammen arbeite und wichtige Projekte und Kampagnen unterstütze, vorantreibe oder sogar selbst plane. Im Herbst diesen Jahres bilde ich mich weiter fort und werde dann in Kooperation mit ZWERGPERTEN auch die Beratung zu Kindersitzen und unterwegs in mein Angebot übernehmen, was mein Leistungsspektrum großartig ergänzt. Inzwischen bin ich offizieller Partner der europaweiten Kampagne „Keep Caps from Kids“ und damit aktiv in der Aufklärung zu den Gefahren mit Flüssigwaschmittel-Caps tätig. Schwarze Zahlen schreibe ich noch lange nicht, aber mein Herzblut hängt so fest daran, hier etwas bewirken zu können, ich mache einfach weiter und glaube fest daran, dass Unfallprävention bald fester Bestandteil der Gesellschaft werden wird.

Haben Sie Förderprogramme genutzt bzw. beantragt?

Nein, ich habe keinerlei Förderprogramme oder –kredite beantragt oder genutzt.

 

Hier geht es zur Homepage: www.mybabyflow.de

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